H3C Enterprise Solutions Schweiz — Technische 5G SA Core Dokumentation (BAKOM 3400–3500 MHz / Band n78)
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H3C Enterprise Solutions Schweiz • 5G Core Solutions
H3C 5G vSCN5100
Kundenhandbuch: Teilnehmer- & Quality of Service (QoS) Verwaltung
Vollständiger, praxisorientierter Leitfaden zur Teilnehmerbereitstellung (SIM Provisioning), Profilkonfiguration, Bandbreiten- und Prioritätssteuerung (QoS) sowie Betriebsüberwachung über die grafische Weboberfläche (Web-GUI) und das Command Line Interface (CLI).
Ziel-Plattform: H3C vSCN5100 Virtual Small Cell Network / 5GC
Betriebssystem: H3C Comware Software, Version 9.1.073 (Release 5140)
Lab-Verwaltungs-IP: https://192.168.100.10 (Web HTTPS / SSH Port 22)
Konfiguriertes PLMN: MCC 999, MNC 99 (Netzwerkname: H3C-Campus-CH)
Netzwerk-Slice (S-NSSAI): SST: 1 (eMBB), SD: 010203
Standard-Datennetzwerke (DNN): default (Internet/Daten), ims (VoNR Telefonie)
Dokumentversion: Version 1.1 (Revidierte Bildnachweise & Copyright-Aktualisierung)

Inhaltsverzeichnis

1. Systemübersicht & 5G-Architektur

1.1 Überblick über die H3C vSCN5100 Appliance

Die H3C vSCN5100 (Virtual Small Cell Network) ist ein hochintegriertes, softwarebasiertes 5G-Kernnetz (5G Core / 5GC) auf Basis des Betriebssystems H3C Comware V9. Die Plattform konsolidiert sämtliche Netzwerkfunktionen (NFs) der 3GPP Service-Based Architecture (SBA) in einer virtualisierten Umgebung und eignet sich insbesondere für Private 5G Campus-Netzwerke, Industrie-4.0-Installationen sowie Test- und Validierungszentren.

1.2 Architektur und beteiligte Netzwerkfunktionen

Für die Bereitstellung von Teilnehmern und die Durchsetzung von Dienstgüte-Vorgaben (QoS) arbeiten folgende Kernkomponenten Hand in Hand:

1.3 Technische Systemparameter der aktiven Bereitstellung

Auf dem Lab-System unter der IP-Adresse 192.168.100.10 sind folgende Parameter produktiv aktiv:

Parameter Konfigurierter Wert Bedeutung / Verwendung
PLMN-ID MCC 999, MNC 99 Private 5G Kennung (Netzwerkname: H3C-Campus-CH, Kurzname: H3C5G)
Tracking Area (TAC) 1 Bereichskennung für Funkzellen (gNBs) und Paging
Netzwerk-Slice (S-NSSAI) SST: 1, SD: 010203 Standard eMBB Slice für private Datenkommunikation
Datennetzwerke (DNN) default & ims default für allgemeinen Internetzugang, ims für VoNR-Telefonie
IP-Adresspool (default) 60.60.60.1 - 60.60.60.254 Subnetz für Endgeräte im DNN default
IP-Adresspool (ims) 70.70.70.1 - 70.70.70.254 Subnetz für VoNR-Telefonie im DNN ims
AMF NGAP Schnittstelle 192.168.100.10:38412 IP und SCTP-Port zur Anbindung der gNodeB-Basisstationen

2. Zugang zu den Verwaltungsschnittstellen

2.1 Web-Verwaltungsportal (GUI) & Erstanmeldung

Die webbasierte Benutzeroberfläche bietet einen schnellen und übersichtlichen Zugriff auf alle alltäglichen Administrationsaufgaben. Öffnen Sie einen modernen Webbrowser (z. B. Chrome, Edge oder Firefox) und navigieren Sie zur Management-IP:

Abbildung 2.1: Web-Anmeldeportal der H3C vSCN5100 unter https://192.168.100.10.

Nach der Authentifizierung gelangen Sie direkt auf das Haupt-Dashboard. Hier werden Ihnen Systemauslastung (CPU, Arbeitsspeicher, Dateisystem), die Firmware-Version (Comware 9.1.073 E5140) sowie links die Hauptnavigation mit den Netzwerkfunktionen angezeigt.

Abbildung 2.2: Haupt-Dashboard mit Systemübersicht und linksseitigem NF-Navigationsmenü.

2.2 Command Line Interface (CLI über SSH)

Das Command Line Interface erlaubt erweiterte Konfigurationen, Skriptautomatisierungen und detaillierte Fehlerdiagnosen. Die Verbindung erfolgt über SSH auf Port 22:

ssh -o HostKeyAlgorithms=+ssh-rsa -o PubkeyAcceptedAlgorithms=+ssh-rsa [email protected]
Wichtige CLI-Navigationsbefehle in H3C Comware:

3. Teilnehmerverwaltung über die Web-GUI (Subscriber Management)

Um eine 5G-SIM-Karte im Kernnetz bereitzustellen, sind in der H3C vSCN drei aufeinander aufbauende Schritte in der Komponente UDR (Unified Data Repository) erforderlich:

  1. Authentifizierungsdaten anlegen: Hinterlegen der kryptografischen SIM-Schlüssel (IMSI, Ki, OPc, Algorithmus).
  2. Rufnummer zuordnen: Verknüpfung von IMSI und MSISDN.
  3. 5GS-Abonnementdaten & Profile definieren: Zuweisung von aggregierten Bandbreitenbegrenzungen (UE-AMBR) und Vorlagen.

3.1 Schritt 1: Authentifizierungsdaten hinterlegen (UDR Authentication Data)

Navigieren Sie im linken Menü zu UDR > Authentication Data (Menü-ID: #M_6). Hier sehen Sie die Liste aller derzeit im System hinterlegten SIM-Karten.

Abbildung 3.1: Übersichtstabelle der Teilnehmer-Authentifizierungsdaten im UDR.

Klicken Sie oben links über der Tabelle auf die Schaltfläche Add. Es öffnet sich das Eingabefenster:

Abbildung 3.2: Eingabemaske für kryptografische SIM-Authentifizierungsdaten.
Feldname Beschreibung & Werteformat Beispielwert
* IMSI International Mobile Subscriber Identity (6 bis 15 Ziffern) 999990000000001
* KI Value Individueller 128-Bit Teilnehmerschlüssel (32 Hexadezimalzeichen) 00112233445566778899AABBCCDDEEFF
* K4 SNO Verschlüsselungs-Index bei verschlüsseltem Ki (bei Klartext leer lassen) leer lassen
* Algorithm Type Kryptografischer Authentifizierungs-Algorithmus MILENAGE (Standard für 5G AKA)
* OP ID Index des im Core hinterlegten Operator Codes (1 bis 1024) 1
* OPC Value Berechneter 128-Bit Operator Code (32 Hexadezimalzeichen) AABBCCDDEEFF00112233445566778899
* AMF SNO Authentication Management Field Seriennummer (1 bis 65535) 1 (Standard)

Klicken Sie auf OK, um den Datensatz im UDR zu speichern.

3.2 Schritt 2: Rufnummern-Zuordnung (UDR Subscription)

Navigieren Sie zu UDR > Subscription (Menü-ID: #M_7). Klicken Sie auf Add.

Abbildung 3.3: UDR Subscription-Verwaltung (Verknüpfung von IMSI und MSISDN).
Abbildung 3.4: Eingabemaske zur Zuordnung einer MSISDN zu einer IMSI.

Bestätigen Sie mit OK.

3.3 Schritt 3: 5GS-Abonnementdaten & UE-AMBR Bandbreitenbegrenzung

Navigieren Sie zu UDR > 5GS Subscription Data (Menü-ID: #M_8). Diese Übersicht zeigt alle aggregierten Teilnehmerdaten:

Abbildung 3.5: Übersicht der 5GS-Basisabonnements mit IMSI und verknüpfter MSISDN.

3.4 Schritt 4: Vorlagenverwaltung (5GS QoS, DNN QoS und 5GS User Template)

H3C vSCN nutzt ein hierarchisches Vorlagensystem unter UDR > Template (Menü-ID: #M_4), um Profile modular zusammenzustellen:

Abbildung 3.6: Hauptmenü der UDR-Vorlagenverwaltung mit den Unterreitern.

A. 5GS QoS Template (5QI und ARP Modal)

Im Reiter 5GS QoS Template klicken Sie auf Add. Es öffnet sich das Dialogfenster für 5QI und ARP:

Abbildung 3.7: Eingabedialog für 5GS QoS-Vorlage (5QI, ARP Priority und Preemption).

B. DNN QoS Template (Session-AMBR Modal)

Im Reiter DNN QoS Template klicken Sie auf Add:

Abbildung 3.8: Eingabedialog für DNN QoS-Vorlage (Session-AMBR, PDU-Typ und SSC Mode).

C. 5GS User Template (S-NSSAI Slice & DNN Bündelung Modal)

Im Reiter 5GS User Template klicken Sie auf Add. Hier werden Slice, DNNs und UE-AMBR gebündelt:

Abbildung 3.9: Eingabedialog für 5GS User Template (Slice-Zuordnung und UE-AMBR).

3.5 Schritt 5: Teilnehmer-Massenimport (Batch Operation per XML/CSV)

Für den Rollout grösserer SIM-Kartenkontingente steht die Funktion UDR > Batch Operation (Menü-ID: #M_5) zur Verfügung.

Abbildung 3.10: Upload-Maske für automatisierte Massen-Teilnehmerimporte via Datei.
  1. Klicken Sie auf Download Batch File Template, um die Mustervorlage herunterzuladen.
  2. Wählen Sie unter Select file Ihre vorbereitete XML- oder CSV-Datei aus.
  3. Klicken Sie auf Upload batch operation file. Das System validiert und importiert alle Datensätze automatisch.

3.6 Teilnehmer löschen und deregistrieren

Um einen Teilnehmer sauber und vollständig aus dem System zu entfernen, gehen Sie in folgender Reihenfolge vor:

  1. Laufende Verbindung trennen (optional): Unter AMF > Live UE Contexts das Endgerät lokalisieren und abmelden.
  2. 5GS-Abonnement entfernen: Unter UDR > 5GS Subscription Data nach der IMSI suchen und löschen.
  3. Rufnummern-Mapping entfernen: Unter UDR > Subscription den Eintrag der IMSI löschen.
  4. Authentifizierungsdaten löschen: Unter UDR > Authentication Data das Kontrollkästchen der IMSI markieren und oben auf Delete klicken.

4. Teilnehmerverwaltung über das CLI

Das Command Line Interface ermöglicht schnelle Backups, systemweite Wiederherstellungen und automatisierte Provisionierung.

4.1 Teilnehmerdaten als Archiv exportieren und sichern

Mit einem einzigen CLI-Befehl wird die gesamte Teilnehmerdatenbank inklusive aller Schlüssel und Mappings in ein komprimiertes Archiv exportiert:

<vscnLAB> system-view
[vscnLAB] udr user-data export
Export User Subscriber Data Successful
User Subscriber Data File: flash:/download/export/udr/2026-09-08-13-16-31.tar.gz

Die exportierte Datei liegt im Flash-Speicher des vSCN und kann bequem per SFTP oder SCP auf einen externen Server heruntergeladen werden:

scp [email protected]:/download/export/udr/2026-09-08-13-16-31.tar.gz ./backup_subscribers.tar.gz

4.2 Teilnehmerdaten importieren und wiederherstellen

Um einen gesicherten Teilnehmerbestand auf ein neues oder zurückgesetztes vSCN-System einzuspielen:

  1. Laden Sie die Archivdatei in das Verzeichnis flash:/download/export/udr/ hoch.
  2. Führen Sie den Importbefehl aus:
<vscnLAB> system-view
[vscnLAB] udr user-data import flash:/download/export/udr/backup_subscribers.tar.gz
Import User Subscriber Data Successful

4.3 Automatische Teilnehmer-Synchronisation via SFTP

In Unternehmensumgebungen mit zentralem Teilnehmer-Provisioning (BSS/OSS) kann die vSCN so konfiguriert werden, dass sie Teilnehmerdateien in festgelegten Intervallen automatisch von einem SFTP-Server abholt:

[vscnLAB] udr user-data-sync sftp-server work-directory /
[vscnLAB] udr user-data-sync auto time 00:00:00 interval 1 reserve-time 7
[vscnLAB] udr user-data-sync opid 1 op cipher <Kryptoschluessel>
[vscnLAB] udr user-data-sync amfsno 1 amf cipher <Kryptoschluessel>

Um die Synchronisation ausserhalb des Zeitplans sofort manuell anzustossen:

[vscnLAB] udr user-data-sync execute

5. Quality of Service (QoS) Architektur und Konfiguration

5.1 Grundlagen des 5G-QoS-Modells (5QI, ARP, AMBR, MFBR)

Die Dienstgüte im 5G-Kernnetz basiert auf klar voneinander abgegrenzten Kontrollmechanismen:

QoS-Konzept Wirkungsbereich Erläuterung & typische Werte
5QI (5G QoS Identifier) Datenfluss (QoS Flow) Referenzwert für Verzögerung (Delay) und Paketverlust.
• 5QI 1: GBR Sprachübertragung (Conversational Voice, 100ms)
• 5QI 5: IMS Signalisierung (hohe Priorität, 100ms)
• 5QI 7: Interaktives Video / Industrie-Telemetrie (100ms)
• 5QI 9: Standard Internetverkehr (Non-GBR, 300ms)
ARP Priority Level Ressourcen-Zuteilung Priorität von 1 (höchste) bis 15 (niedrigste). Bestimmt, wer bei Engpässen zuerst Funkressourcen erhält.
ARP Preemption Konfliktlösung • Capability: Darf dieser Fluss andere bestehende Verbindungen verdrängen?
• Vulnerability: Darf dieser Fluss von wichtigerem Datenverkehr verdrängt werden?
Session-AMBR Einzelne PDU-Sitzung Maximale Gesamtdatenrate (Uplink/Downlink) für eine spezifische DNN-Sitzung (z. B. default).
UE-AMBR Physikalisches Endgerät Obergrenze für alle PDU-Sitzungen eines Teilnehmers über alle DNNs hinweg.

5.2 QoS-Konfiguration über die Web-GUI

5.2.1 SMF QoS Basics & Paketfilter

Unter SMF > QoS Basics (Menü-ID: #M_QoSCfg) können Sie IP-Paketfilter konfigurieren, um ausgewählten Datenverkehr gezielt in priorisierte QoS-Flüsse einzusteuern:

Abbildung 5.1: SMF QoS Basics Übersichtstabelle für IPv4-Paketfilter und Dienstgüteregeln.
Abbildung 5.2: Konfigurationsfenster für detaillierte IPv4-Paketfilter (IPs, Ports, DSCP, Protokoll).

5.2.2 SMF Session Rules (Sitzungs-QoS)

Im Reiter Session Rules unter SMF > QoS Basics werden die sitzungsweiten Bandbreiten- und Prioritätsregeln definiert:

Abbildung 5.3: SMF Session Rules Übersichtstabelle.
Abbildung 5.4: Eingabemaske für SMF Session Rules (5QI, ARP Priority, Uplink/Downlink Session-AMBR).

5.2.3 SMF Erweiterte QoS-Steuerung (QoS Extensions)

Unter SMF > QoS Extensions (Menü-ID: #M_QosControlManagement) können QoS-Regeln zeit- oder ortsabhängig gesteuert werden:

Abbildung 5.5: Zeit- und standortbasierte (TAC) QoS-Erweiterungen in der SMF.

5.2.4 Richtliniensteuerung über die PCF (Session & PCC Rules)

In der PCF (Policy Control Function) werden dynamische Sitzungsrichtlinien und PCC-Regeln gepflegt:

Abbildung 5.6: PCF Sitzungsregeln (Session-AMBR, 5QI, ARP-Einstellungen).
Abbildung 5.7: PCF Dynamic PCC Rules (SDF-Filter, DSCP/ToS-Markierungen, Flow-Direction).

5.3 QoS-Konfiguration über das CLI

Über die CLI können Sie Dienstgüte-Profile (Session Rules) definieren und direkt an Datennetzwerke (DNN) binden.

5.3.1 SMF Session Rules erstellen

Das folgende Beispiel erstellt ein priorisiertes Profil gold_profile mit 5QI 7, ARP-Priorität 4 und Bandbreitenlimits von 200 Mbit/s Upload / 500 Mbit/s Download:

<vscnLAB> system-view
[vscnLAB] smf session-rule gold_profile
[vscnLAB-smf-session-rule-gold_profile] 5qi 7
[vscnLAB-smf-session-rule-gold_profile] arp priority-level 4 pre-emption-vulnerability disable pre-emption-capability enable
[vscnLAB-smf-session-rule-gold_profile] session-ambr uplink 200000 downlink 500000
[vscnLAB-smf-session-rule-gold_profile] quit

5.3.2 Session Rules an ein Datennetzwerk (DNN) binden

Verknüpfen Sie das erstellte Profil mit dem gewünschten Datennetzwerk (z. B. default):

[vscnLAB] smf dnn default
[vscnLAB-smf-dnn-default] bind session-rule gold_profile
[vscnLAB-smf-dnn-default] quit

Überprüfen Sie die aktive Konfiguration:

[vscnLAB] display current-configuration configuration smf

5.3.3 Dedizierte Datenfluss-QoS (QoS Data & QoS Rules)

Für spezifische Applikationsflüsse innerhalb einer Sitzung (z. B. Video-Upload):

[vscnLAB] smf qos-data video_stream
[vscnLAB-smf-qos-data-video_stream] 5qi 4
[vscnLAB-smf-qos-data-video_stream] arp priority-level 6
[vscnLAB-smf-qos-data-video_stream] mfbr uplink 50000 downlink 100000
[vscnLAB-smf-qos-data-video_stream] quit

[vscnLAB] smf qos-rule video_rule
[vscnLAB-smf-qos-rule-video_rule] precedence 10
[vscnLAB-smf-qos-rule-video_rule] qos-data video_stream
[vscnLAB-smf-qos-rule-video_rule] quit

6. Echtzeit-Überwachung & Betriebsdiagnose

6.1 Aktive Teilnehmer in der AMF-GUI überwachen

Unter AMF > Live UE Contexts (Menü-ID: #M_AmfUE) sehen Sie alle derzeit am Kernnetz angemeldeten Endgeräte in Echtzeit:

Abbildung 6.1: Echtzeit-Überwachung angemeldeter Endgeräte in der AMF-Tabelle.

6.2 CLI-Statusabfragen für angemeldete Endgeräte

Für detaillierte Protokolldiagnosen nutzen Sie im User View folgende CLI-Befehle:

<vscnLAB> display amf ue-context

Gezielte Abfrage für eine einzelne IMSI:

<vscnLAB> display amf ue-context supi 999990000000001

Beispielhafte Rückmeldung des Systems:

SUPI                     : 999990000000001
5G-GUTI                  : 99999102325500000001
UE Index                 : 1
CM-State                 : CONNECTED
RM-State                 : REGISTERED
Selected PLMN            : 999-99
Current TAI              : MCC 999 MNC 99 TAC 1
gNB ID                   : 0x000001
Security Ciphering       : NEA2_128
Security Integrity       : NIA2_128
Supported S-NSSAI        : SST 1, SD 010203
Established PDU Sessions : 1

6.3 Überprüfung der SMF-PDU-Sitzungen und IP-Zuweisung

Überprüfen Sie, ob dem Endgerät erfolgreich eine IP-Adresse aus dem Subnetz zugewiesen wurde:

<vscnLAB> display smf ue-context
<vscnLAB> display smf ue-ip-mapping

Testen der IP-Erreichbarkeit des Endgeräts direkt vom vSCN-System aus:

<vscnLAB> ping 60.60.60.2

7. Fehlerbehebung & Häufige Fallstricke (Troubleshooting)

7.1 Authentifizierungsfehler (Authentication Reject)

Symptom: Das Endgerät findet die 5G-Zelle, wird jedoch mit NAS Cause #9 oder #20 abgewiesen.

Mögliche Ursachen & Lösungen:

7.2 Ablehnung wegen PLMN- oder Slice-Mismatch

Symptom: Endgerät zeigt "Nur Notrufe" oder 5G-Dienste werden verweigert (5GMM Cause #11).

Mögliche Ursachen & Lösungen:

7.3 Keine Datenübertragung trotz erfolgreicher 5G-Einwahl

Symptom: 5G-Balken sind vorhanden, aber Webseiten oder Pings schlagen fehl.

Mögliche Ursachen & Lösungen:

7.4 Bandbreiten-Engpässe durch unvollständige AMBR-Definition

Wichtig: Die Bandbreite im 5G-Core wird an drei unabhängigen Stellen begrenzt. Ist eine davon zu niedrig eingestellt, wirkt sie als Flaschenhals:
  1. UE-AMBR (UDR 5GS User Template / Subscription Data): Obergrenze pro physikalisches Gerät.
  2. DNN-AMBR (UDR DNN QoS Template): Obergrenze pro DNN-Sitzung.
  3. Session-AMBR (SMF Session Rule): Obergrenze in der SMF-Richtlinie.
Stellen Sie sicher, dass alle drei Instanzen auf den gewünschten maximalen Durchsatz (z. B. 1 Gbit/s = 1.000.000 Kbps) angehoben wurden.

8. Schnellreferenz & Spickzettel

Aufgabe Web-GUI Menüpfad CLI-Befehl (Comware V9)
SIM-Schlüssel anlegen/löschen UDR > Authentication Data (#M_6) Via SFTP-Sync oder Batch-Import
Rufnummer zuordnen UDR > Subscription (#M_7) Via SFTP-Sync oder Batch-Import
5GS-Abonnementdaten einsehen UDR > 5GS Subscription Data (#M_8) Via SFTP-Sync oder Batch-Import
5QI & ARP Vorlage konfigurieren UDR > Template > 5GS QoS Template Via Vorlagen-Management
Session-AMBR Vorlage konfigurieren UDR > Template > DNN QoS Template Via Vorlagen-Management
User Template (Slice & UE-AMBR) UDR > Template > 5GS User Template Via Vorlagen-Management
Massenimport durchführen UDR > Batch Operation (#M_5) udr user-data import flash:...
Teilnehmerdaten sichern N/A udr user-data export
QoS-Sitzungsregel anpassen SMF > QoS Basics > Session Rules smf session-rule <name> → 5qi ...
QoS-Regel an DNN binden N/A smf dnn default bind session-rule <name>
Angemeldete Endgeräte prüfen AMF > Live UE Contexts (#M_AmfUE) display amf ue-context
PDU-Sitzungen & IPs prüfen N/A display smf ue-ip-mapping
Konfiguration dauerhaft speichern N/A save force